Home Impressum Kontakt Sitemap
Herz-Fuehrerschein Herzkreislauferkrankungen Herz-Kreislauf Erkrankungen Risikofaktoren Vorsorge Service  
Sie sind hier: Risikofaktoren | Cholesterin
  Unbeeinflussbar
  Rauchen
  Stress
  Cholesterin
  Blutzucker
  Bluthochdruck
  Übergewciht
  Bewegungsmangel
   
   
   
   
Risikofaktoren
 
 

Cholesterin

1. Was ist Cholesterin?
2. Gutes und böses Cholesterin
3. Zu beachtende Zielwerte
4. Was sind Triglyzeride?
5. Ursachen erhöhter Werte
6. Folgen erhöhter Cholesterinwerte
7. Wer sollte achtgeben?
8. Wie wird die Diagnose gestellt?
9. Therapiemöglichkeiten
10. Beachten Sie bei Medikamenten

 
   
 
1. Was ist Cholesterin?

Cholesterin, ein unverzichtbarer Baustein unseres Körpers, gehört zur Gruppe der Nahrungsfette. Zellmembranen bestehen zu einem großen Teil aus Cholesterin.

Cholesterin dient als Vorstufe mehrerer Hormone, der so genannten Steroidhormone. Aus seiner Grundstruktur leiten sich die Geschlechtshormone Östrogen und Testosteron ab, ebenso die Hormone der Nebenniere Cortisol und Aldosteron. Die Bildung von Vitamin D ist ebenfalls vom Vorhandensein des Cholesterins abhängig. In der Leber werden aus Cholesterin Gallensäuren hergestellt. Über die Gallenblase gelangen sie in den Darm und spielen dort eine wichtige Rolle in der Fettverdauung.

Ein zu hoher Anteil an Cholesterin im Blut kann gefährlich sein, die Krankheit wird als Hypercholesterinämie bezeichnet. Vor allem Blutgefäße werden durch hohe Cholesterinwerte geschädigt. Cholesterin wird in die Gefäßwände eingelagert und führt dort zu einer Verdickung. Damit beginnt der Prozeß der Artherosklerose, umgangssprachlich der Arterienverkalkung. Letztlich ist hohes Cholesterin auf diese Weise an der Entstehung von Herzinfarkt, Schlaganfall und einer Reihe anderer Durchblutungsstörungen entscheidend beteiligt.

Wird Hypercholesterinämie rechtzeitig erkannt und behandelt, können Folgeschäden verhindert werden.
 
2. Gutes und böses Cholesterin
   
 
Cholesterin ist nicht wasserlöslich, deshalb ist es für seinen Transport im Blut an Eiweiße gekoppelt. Je nachdem welches Transportereiweiß gebunden ist, unterscheidet man verschiedene Arten des Cholesterins im Blut. Sie erfüllen jeweils eine andere Aufgabe:
   
 
>> LDL-Cholesterin (Low-Density-Lipoprotein-Cholesterin) transportiert Cholesterin von der Leber zu den Gefäßen und Zellen. Es wird auch das "böse Cholesterin" genannt, denn diese Unterart schädigt die Blutgefäße ganz besonders. LDL lädt sein Cholesterin nämlich nicht nur an den Stellen im Körper ab, wo es gebraucht wird, sondern auch in den Wänden der Gefäße, wo es Atherosklerose verursacht.
Erhöhte LDL-Werte sind daher gefährlich
>> HDL-Cholesterin (High-Density-Lipoprotein-Cholesterin) ist für den Transport des Cholesterins zurück zur Leber zuständig. Dort wird es zu Gallensäuren umgewandelt und ausgeschieden. Seinen Namen "gutes Cholesterin" verdankt HDL seiner Eigenschaft, Cholesterin aus den Gefäßwänden zu lösen und abzutransportieren. Dadurch hat es eine Schutzfunktion für die Blutgefäße.
Umso höher das HDL-Cholesterin desto besser
 
3. Welche Zielwerte sind zu beachten?
   
 
 
4. Was sind Triglyzeride?
   
 
Triglyzeride werden als Chylomikronen oder VLDL (Very-Low-Density-Lipoprotein) im Blut transportiert. Sie sind neben dem Cholesterin ein weiteres Nahrungsfett, das dem Körper als Energiespeicher dient. Triglyzeride schädigen ebenfalls in zu hoher Konzentration die Blutgefäße. Hier liegen die Zielwerte unter 200 mg/dl.

So wird klar, dass es beim Cholesterin neben seiner absoluten Konzentration im Blut (Gesamtcholesterin) vor allem darauf ankommt, in welcher Form es im Blut zirkuliert- als gutes HDL oder böses LDL.
 
5. Ursachen erhöhter Cholesterinwerte
   
 
Alle Körperzellen haben einen "Fangarm" (Rezeptor), der Fettstoffe, unter anderem das LDL-Cholesterin, aus dem Blut "angelt". Bei Personen mit einer Veranlagung zu erhöhten Cholesterinwerten (familiäre Hypercholesterinämie) fehlen etwa 50% aller (oder bei Vererbung von beiden Elternteilen alle) LDL-Rezeptoren. Dadurch kann das LDL-Cholesterin nicht ausreichend aus dem Blut gefiltert werden. In der Folge sammelt sich LDL-Cholesterin im Blut und der Cholesterinwert steigt.

Abgesehen von der erblichen Komponente wird der Cholesterinspiegel vor allem durch fettreiche Ernährung erhöht. Bewegungsmangel und Rauchen verstärken diesen Prozess. Insgesamt ist der Cholesterinspiegel in nordeuropäischen Ländern höher als in südeuropäischen. Relativ gering sind die Werte in asiatischen Ländern. Dafür verantwortlich sind Unterschiede in der Ernährung und der genetischen Veranlagung. In Österreich besteht ein Ost-West-Gefälle mit höheren Werten im Burgenland, niedrigeren in Vorarlberg. Ein erhöhter Cholesterinspiegel kann auch als Folgeerscheinung anderer Krankheiten wie Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose), Nierenleiden (nephrotisches Syndrom), Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) und Alkoholabhängigkeit auftreten.
 
6. Folgen erhöhter Cholesterinwerte
   
 
Ein erhöhter Cholesterinspiegel verursacht lange Zeit keine Beschwerden. Nur durch Blutuntersuchungen wird man auf die erhöhten Blutfettwerte aufmerksam. Das ist besonders tückisch, denn ein über längere Zeit überhöhter Cholesterinspiegel führt zu Arterienverkalkung (Atherosklerose) und zu daraus resultierenden Spätfolgen. Der oft langjährige Prozeß der Artherosklerose führt dann zu einem plötzlich auftretenden schwerwiegenden Ereignis, wie Schlaganfall oder Herzinfarkt.
   
 
Atherosklerose (Arterienverkalkung): Der Prozess der Arterienverkalkung beginnt schon früh. Es kommt zu Fetteinlagerungen in die Gefäßwände der Arterien. Man kann sich diese Ablagerungen wie die Verkalkungen einer Wasserleitung vorstellen. Die Öffnung wird kleiner und kleiner, die innere Oberfläche wird unregelmäßig. Der Blutfluss wird dadurch erschwert, die Bildung von Blutgerinnseln wird begünstigt. Die Folge ist eine mangelhafte Blutversorgung in den entsprechenden Organen. Eine fortschreitende Atherosklerose führt schließlich zur Verengung oder zum Verschluss wichtiger Arterien.

Das kann das Herz betreffen und zur Herzenge (
Angina pectoris) oder im schlimmeren Fall zum Herzinfarkt führen. Die Arterienverkalkung kann aber auch das Bein betreffen und ein so genanntes Raucherbein (periphere arterielle Verschlusskrankheit, PAVK) nach sich ziehen. Auch kann eine Arterie betroffen sein, die das Gehirn mit Blut und Sauerstoff versorgt, was einen Schlaganfall zur Folge haben kann.

Cholesterin-Ablagerungen in der Haut erscheinen als gelbliche Knötchen (kutane Xanthome). Vor allem bei familiärer Hypercholesterinämie kommen sie häufiger vor. Bevorzugt sind Augenlider und Zwischenräume der Finger davon betroffen, in den Sehnen (Sehnenxanthome) der Achilles- und Fingerstrecksehnen können sie ebenfalls auftreten.
 
 
7. Wer sollte achtgeben?

Die Antwort ist leicht: Jeder! Schon in jungen Jahren kann ein erhöhter Cholesterinspiegel an den Blutgefäßen großen Schaden anrichten.

Es lohnt sich also, ebenso früh einen Bluttest auf Cholesterin im Rahmen der Gesundenuntersuchung durchführen zu lassen. Studien haben ergeben, dass zwei Drittel der österreichischen Jugendlichen erhöhte LDL-Werte aufweisen. Auch als Erwachsene bleiben 80 Prozent davon durch erhöhtes Cholesterin bedroht.

Wer frühzeitig auf seine spezielle Stoffwechselsituation hingewiesen wird, kann rechtzeitig Gegenmaßnahmen ergreifen.

So plädieren Experten dafür, die Cholesterinwerte routinemäßig bereits bei Stellungsuntersuchungen zum Bundesheer zu überprüfen. Vor allem aber wenn Verwandte früh im Leben (unter 55 Jahren) einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erlitten haben, ist Vorsicht geboten. Einige Formen der Hypercholesterinämie haben eine besonders starke erbliche Komponente und müssen entsprechend früh und konsequent behandelt werden. Bei älteren Menschen ist die Messung des Cholesterins bereits Routine. Zu Recht, denn hohes Cholesterin ist für sie ein ebenso relevanter Risikofaktor für Herzinfarkt und Schlaganfall wie erhöhter Blutdruck, Übergewicht oder Diabetes. Obwohl Fettstoffwechselkrankheiten bei Übergewichtigen häufiger sind, können auch schlanke Menschen daran erkranken. Bei ihnen sind Hypercholesterinämien sogar besonders gefährlich.
 
  8. Wie wird die Diagnose gestellt?
   
 
>> Zur Bestimmung der LDL-, HDL-, und Gesamtcholesterinwerte wird eine Blutprobe entnommen. Achtung! Dabei sollte man mindestens zehn Stunden vorher keine Nahrung zu sich genommen haben.
>> Durch Untersuchungen (EKG, Blutdruck, Abhören der Herztöne, Erfühlen des Pulses an Armen und Beinen) kann der Arzt sich ein grobes Bild vom Verkalkungsgrad der Arterien machen.
   
 
Bei folgenden Symptomen muss an die erbliche Form des erhöhten Cholesterinspiegels (Familiäre Hypercholesterinämie) gedacht werden:
 
 
>> Cholesterinablagerungen (Xanthelasmen) in Sehnen (Achillessehne, Handrücken) oder in der Haut (in den Augenlidern und in den Zwischenfingerfalten)
>> Ein erhöhter Cholesterinspiegel in der Familie des Patienten
>> Wenn Familienmitglieder vor Erreichen des hohen Alters an Arterienverkalkung oder den Folgeerscheinungen leiden oder bereits daran gestorben sind.
>> Ein erhöhter Cholesterinspiegel bei Kindern und Jugendlichen über mehrere Generationen hinweg.
>> Eine familiäre Häufung von Erkrankungen der Herzkranzgefäße.
 
9. Therapiemöglichkeiten
   
 
Ab einem Gesamtcholesterin über 160 mg/dl beginnt das Risiko für Gefäßerkrankungen leicht zu steigen. Zwischen 200 und 250 mg/dl gilt das Risiko als mäßig erhöht.

Noch höhere Werte sollten dann auf keinen Fall mehr hingenommen werden. Neben dem Gesamtcholesterin kommt es aber auch auf die Konzentration des "guten" HDL im Blut an. Zur Berechnung des Risikos und damit der Indikation zur Behandlung benutzt der Arzt verschiedene Quotienten aus Gesamtcholesterin, HDL und LDL. Patienten, die schon einmal einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erlitten haben oder an anderen Gefäßleiden erkrankt sind, sollten ganz besonders auf den Cholesterinspiegel achten. Ihre Zielwerte in der Cholesterintherapie liegen wesentlich niedriger und sollten unbedingt eingehalten werden.
   
 
Zunächst ist es wichtig, durch bewusste Ernährung und regelmäßige körperliche Bewegung die Cholesterinwerte zu verbessern. Falls keine genetischen Defekte vorliegen, können gesunde Ernährung und gezielte Bewegung das Cholesterin um etwa 10 bis 15 Prozent senken. Bei vielen Patienten reicht das aber nicht aus, um die Zielwerte zu erreichen. Sie müssen zusätzlich auf Dauer Medikamente einnehmen.
   
 
>> Standardmedikament sind so genannte Statine (HMG-CoA-Reduktasehemmer). Sie hemmen die Eigenproduktion von Cholesterin und fördern die Aufnahme von LDL-Cholesterin in Körperzellen. Dadurch sinkt der Cholesterinspiegel im Blut. Das "gute" HDL wird durch Statine dagegen angehoben.
>> Weitere Präparate sind Anionen-Austauscher. Sie binden Cholesterin und aus Cholesterin gebildete Gallensäuren im Darm, hemmen so die Aufnahme bzw. Wiederaufnahme und ergänzen daher ideal die Wirkung der Statine.
>> Zur Lipidsenkung bei erhöhtem Triglyzeridspiegel werden auch ältere Medikamente mit den Wirkstoffgruppen der Fibrate und Nikotinsäurederivate eingesetzt. In sehr schweren Fällen kann durch das Verfahren der LDL-Apherese der Cholesterinspiegel durch eine maschinelle Blutwäsche außerhalb des Körpers gesenkt werden.
 
10. Beachten Sie bei Medikamenten

Wenn feststeht, welches Medikament Sie gegen zu hohes Cholesterin einnehmen müssen, sollten Sie mindestens Folgendes darüber wissen:
 
 
>> Den Namen; wenn Sie Medikamente gegen verschiedene Erkrankungen einnehmen, wäre es günstig zu wissen, welches Medikament gegen welche Krankheit eingenommen wird.
>> Wann, wie oft und wie viel Sie einnehmen müssen.
>> Welche Nebenwirkungen möglicherweise auftreten können. Hinweise zu möglichen Nebenwirkungen, die aber noch lange nicht jeder Patient bekommen muss, finden Sie in der Gebrauchsinformation, die jeder Packung beiliegt. Die Aufzählung möglicher Nebenwirkungen sollte Sie nicht erschrecken, sondern veranlassen, aufmerksam zu sein und mit Ihrem Arzt zu sprechen, wenn Sie eine der aufgezählten Erscheinungen beobachten. Sie sollten keinesfalls die Behandlung unterbrechen oder die Dosierung ändern, ohne mit Ihrem Arzt darüber gesprochen zu haben. Gerade bei der Behandlung des Bluthochdrucks fühlen sich manche Patienten in den ersten Tagen unwohl, bis sich der Körper an den neuen Druck gewöhnt hat. Einige Patienten fühlen sich durch den niedrigeren Blutdruck zunächst etwas müde oder schwach. Da Alkohol dies verstärkt, sollten Sie zu Beginn der Behandlung möglichst darauf verzichten. Ihr Arzt wird im Gespräch mit Ihnen entscheiden, welche Maßnahmen am besten zu treffen sind, falls Sie Beschwerden haben sollten.
>> Ob Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten auftreten können, die Sie gleichzeitig einnehmen. Auch zu diesem Punkt finden Sie Hinweise in der Gebrauchsinformation. In der Regel bedeutet ein solcher Hinweis nicht, dass Sie diese Medikamente überhaupt nicht zusammen einnehmen dürfen. Wenn Sie eines der dort aufgeführten Medikamente bereits einnehmen oder wegen einer anderen Erkrankung einnehmen wollen, kann Ihnen Ihr Arzt sagen, ob eventuell die Dosis verändert werden sollte oder ob sonstige Maßnahmen zu ergreifen sind. Auch hier gilt: Die Behandlung nicht ohne Rücksprache mit dem Arzt ändern oder abbrechen.
>> Ob bestimmte Nahrungsmittel oder bestimmte Aktivitäten, wie z. B. das Lenken eines Fahrzeuges, vermieden werden sollen.
 
 
  * Ges = Gesamt-Cholesterin
 
 
zum Anfang