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Herz Kreislauferkrankungen
 
 

Herzinsuffizienz


1. Welche Therapien gibt es?
2. Medikamentöse Therapieformen
3.
Operative Therapieformen

 
 
1. Welche Therapien gibt es?

Erfolgreiche Herzinsuffizienz-Therapie fängt bei der gezielten Ursachen-Behandlung an. In der Mehrzahl der Fälle laufen die therapeutischen Maßnahmen darauf hinaus, den Blutdruck zu senken, die Blut- und Nährstoffversorgung des Herzens zu verbessern und die Herzfunktion zu unterstützen. Um diese Ziele zu erreichen, steht der Medizin heute ein breites Spektrum an Behandlungsmethoden zur Verfügung.
2. Medikamentöse Therapieformen

Um die Herzinsuffizienz auf medikamentösen Wegen zu behandeln, greifen Ärzte hauptsächlich auf fünf unterschiedliche Wirkstoffgruppen zurück:

>> ACE-Hemmer
blockieren ein Enzym, das den Spiegel eines blutdrucksteigernden Gewebshormons senkt. Die verringerte Hormon-Konzentration schlägt sich in einem niedrigeren Blutdruck nieder. Es erfolgt eine Entlastung des Herzens. Langzeituntersuchungen mit ACE-Hemmern zeigen die günstige Beeinflussung der Herzinsuffizienz. Um das Risiko einer Herzinsuffizienz mit spürbaren Symptomen zu reduzieren, wird ihre Einnahme auch häufiger schon Patienten im NYHA-Stadium I empfohlen, die außer einer echokardiographisch (mit Ultraschall) nachgewiesenen eingeschränkten Pumpfunktion noch keine körperlichen Beschwerden haben.
>> AT1-Rezeptor-Blocker
besetzen die Bindungsstellen eines blutdrucksteigernden Hormons, welches durch ACE-Hemmer verringert wird. Beide Medikamententypen – AT1-Rezeptor-Blocker und ACE-Hemmer – sind deshalb in ihrer Wirkung vergleichbar. AT1-Rezeptor-Blocker kommen für alle Patienten in Betracht, die ACE-Hemmer nicht vertragen.
>> Beta-Blocker
Vor wenigen Jahren noch hätte nahezu jeder Herzspezialist vom Beta-Blocker-Einsatz bei Herzinsuffizienz abgeraten. Doch inzwischen hat sich – durch groß angelegte Studien gestützt – fast überall die Erkenntnis durchgesetzt, dass selbst schwer kranke Patienten (NYHA-Stadium IV) von dieser Substanzklasse profitieren können. Beta-Blocker schützen das kranke Herz, indem sie die Bindungsstellen der so genannten Stresshormone, wie Adrenalin und Noradrenalin, blockieren. Sie schirmen die Herzmuskulatur so von Einflüssen ab, die die geschwächte Herzmuskulatur oft zu erhöhter Leistung zwingen und damit zusätzlich belasten
>> Diuretika
Die häufig auch als „Wassertabletten“ bezeichneten Diuretika fördern die Ausscheidung von Wasser und Natrium über die Nieren. Nach wie vor gelten sie als eines der wichtigsten medikamentösen Standbeine in der symptomatischen Herzinsuffizienz-Therapie. Besonders bei Ödemen und Lungenstauung lässt sich mit ihrer Hilfe eine schnelle Besserung erzielen. Nach Möglichkeit sollten die eher kurzfristig und symptomatisch wirkenden Diuretika immer mit einem auf Langzeiteffekte ausgelegten ACE-Hemmer kombiniert verabreicht werden. Eine besondere Form der Diuretika sind so genannte Aldosteronantagonisten, die in Kombination mit den üblichen Diuretika bei ausgeprägten Formen der Herzinsuffizienz zusätzliche Hilfe erbringen können.
>> Glykoside
Das ursprünglich aus der „Fingerhut-Pflanze“ gewonnene Digitalis und andere Glykoside zählen zu den ältesten Medikamenten in der Behandlung der Herzinsuffizienz. Glykoside erhöhen die Schlagkraft und das Schlagvolumen des Herzens. Glykosid-Präparate werden heute zusammen mit anderen Medikamenten vor allem bei Insuffizienz-Formen eingesetzt, die mit bestimmten Herzrhythmusstörungen verbunden sind.
 
3. Operative Therapieformen

Um die Ursache der Herzinsuffizienz zu beseitigen oder das schwache Herz zu unterstützen, kommen neben der medikamentösen Behandlung von Fall zu Fall auch operative Verfahren in Betracht. So kann die Anlage von Umgehungsgefäßen am Herzen (Bypässen) oder das Aufweiten verengter Herzkranzgefäße mit Spezialkathetern die Durchblutung der Herzmuskulatur bei koronarer Herzerkrankung spürbar und häufig dauerhaft verbessern. Auch Klappenfehler und Missbildungen des Herzens lassen sich mit chirurgischen Methoden heute oft gut beheben. Hängt die Insuffizienz mit Rhythmusstörungen zusammen, können z. B. Herzschrittmacher wertvolle Dienste leisten. Wenn weder Medikamente noch die zuvor genannten operativen Verfahren helfen, kann eine Herztransplantation die Rettung sein. Vor dem Eingriff wird zunächst einmal sehr genau geprüft, ob der Zustand des Patienten die engen Richtlinien für die Organtransplantation erfüllt.
 
 
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