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Hinsichtlich
der medikamentösen Behandlung von Schlaganfallpatienten
kann zwischen der Sekundär- und Primärprophylaxe
unterschieden werden. 1.
Sekundärprophylaxe
Menschen, die einmal einen Schlaganfall
erlitten haben, werden in der Regel zeitlebens als
Risikopatienten behandelt.
Auch wenn der Ausgangspunkt des Schlaganfalls –
ein verengter oder ausgesackter Gefäßabschnitt
– unter Umständen operativ beseitigt
wurde, werden diese Patienten über viele Jahre
hinweg auf Medikamente zur Reduktion der Risikofaktoren
angewiesen sein. Eines der ärztlichen Ziele
in der Schlaganfall-Nachsorge
wird immer die Behandlung der Grunderkrankung –
häufig Bluthochdruck und Fettstoffwechselstörungen
– sein. Um einen erhöhten Blutdruck zu
normalisieren, steht Ärzten und Patienten heute
eine breite Auswahl wirkungsvoller Präparate
und Substanzen zur Verfügung.
Zu den am häufigsten verordneten Wirkstoffen
zählen neben entwässernden Substanzen
(Diuretika) und Hemmstoffen
blutdrucksteigernder Enzyme (ACE-Inhibitoren)
vor allem auch die Calzium-Antagonisten. Diese senken
die Blutdruckwerte in erster Linie durch Weitstellen
der Gefäße. Zur Reduktion kritischer
Blutfett-Spiegel wird sehr häufig auf die Cholesterin-senkenden
Statine sowie auf die Wirkstoffgruppe der
Fibrate zurückgegriffen.
Welches dieser Medikamente Ihr Arzt für Sie
auswählt, wird ganz von Ihrem individuellen
Fall abhängen. Häufig wählt der Arzt
auch eine Kombination verschiedener Medikamente
aus, die sich in ihren Wirkungen gut ergänzen.
Bei vielen Schlaganfall-Patienten zielt die so genannte
Sekundärprohylaxe über die Therapie der
Basiserkrankung hinaus auch darauf ab, die Entstehung
von Blutgerinnseln (Thromben)
in den Gefäßen direkt zu verhindern,
vorhandene Thromben aufzulösen und die Fließeigenschaften
des Blutes zu verbessern. Zu diesem Zweck werden
heute vor allem Präparate aus zwei verschiedenen
Wirkstoffgruppen verschrieben: |
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Thrombozytenfunktionshemmer
Medikamente aus dieser Gruppe hemmen die Aktivität
der Blutplättchen (Thrombozyten),
die bei der Blutgerinnselbildung eine zentrale
Rolle spielen. Der bekannteste Thrombo-zytenfunktionshemmer
ist die auch als Schmerzmittel eingesetzte
Acetylsalicylsäure (ASS).
Die Medikamente werden so dosiert, dass innerhalb
der Gefäße keine Gerinnsel mehr
entstehen, die Blutgerinnung z. B. nach Verletzungen
aber weiterhin möglich ist. Da sich die
Schäden und Engstellen in den Gefäßen
kaum zurückentwickeln, müssen Thrombozytenfunktionshemmer
meist dauerhaft eingenommen werden. |
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Gerinnungshemmer
Gerinnungshemmer unterdrücken ebenfalls
die Gerinnselbildung innerhalb der Gefäße.
Allerdings wirken sie nicht auf die Blutplättchen,
sondern direkt auf den chemischen Ablauf der
Blutgerinnung ein. Gerinnungshemmer kommen
oft bei Herzrhythmusstörungen zum Einsatz,
damit sich in den Herzkammern keine Blutgerinnsel
bilden, die ins Gehirn verschleppt werden
können. |
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| Ob sich
ein Schlaganfall wiederholt oder nicht, hat jeder
Patient unabhängig vom eingeschlagenen Therapieweg
zum Teil auch selbst mit in der Hand. Je konsequenter
dieser alle Risiken (zum Beispiel Rauchen) meidet
und seine Kreislaufgesundheit (etwa durch Bewegung)
fördert, desto größer werden im
Regelfall die Erfolgsaussichten der Sekundärprophylaxe
sein. |
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2.
Primärprophylaxe (verhindern, dass überhaupt
ein Ereignis auftritt)
Besser noch als Schlaganfall-Folgen zu behandeln,
ist es, Schlaganfälle zu vermeiden. Wenn
Vorläufer-Symptome, ärztliche Untersuchungen
oder die Häufung von Risikofaktoren
vor einer erhöhten Schlaganfall-Gefahr warnen,
sollte deshalb ohne Verzögerung alles unternommen
werden, was der Abwehr des bedrohlichen Ereignisses
dienen kann. Fast immer werden dabei Korrekturen
der Lebensgewohnheiten unverzichtbar sein. Allerdings
reichen Sportprogramme, ausgewogene Ernährung,
Entspannungstechniken und ähnliche Maßnahmen
allein nur selten aus, um das Risiko im notwendigen
Maß zu senken. In erster Linie wird sich auch
die Primärprophylaxe meist medikamentös
gegen erhöhten Blutdruck, krankhafte Blutfettwerte,
Diabetes und andere Grunderkrankungen richten. Oft
kann schon zu diesem frühen Zeitpunkt der Einsatz
von Thrombozytenfunktions- und Gerinnungshemmern
sinnvoll sein. |
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